Geleitwort Dr. Dietmar Woidke

Minisiterpräsident Land Brandenburg

Potsdam, im August 2015

 

Geleitwort

 

„Willy Brandt bat in Warschau auch für mein Versagen um Vergebung.“ Mit diesem Satz endet Harald Beers Erinnerungsbuch. Ein lesenswertes Buch, das in die frühen Nachkriegsjahre im Osten Deutschlands zurückführt, als die sowjetische Besatzungsmacht Zehntausende von (jungen) Deutschen in Speziallagern inhaftierte. Viele überlebten diese Lager nicht.

Aber der Autor bleibt nicht bei diesen grausigen Erlebnissen stehen. Er versucht zu verstehen, wie es dazu kommen konnte und begreift sein Schicksal in einem größeren Zusammenhang, begreift, dass er an der Existenz des „Dritten Reichs“ eine Mitschuld trägt. Er verteidigte, was nicht zu verteidigen war: „Ich war einer der Mitschuldigen.“

Man sieht mit Schrecken, wohin Wegschauen, mangelndes Engagement, Beschönigen führen können: in eine Katastrophe, der sich auch der Einzelne am Ende nicht zu entziehen vermag.

 

 

Dr. Dietmar Woidke,

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© Harald Beer